Psychodrama Einzeltherapie

 

Im Psychodrama wird der Mensch sowohl in seiner Individualität als auch in der Gesamtheit seines

Beziehungsnetzes, Beziehungsgeschehen und seiner Beziehungsgeschichten und all seinen Rollen

die er darin inne hat gesehen. Es folgt dem Gesundheitsgedanken und sieht den Patienten verstärkt

in seinen Stärken und Ressourcen und unterstützt dabei diese zu aktivieren und zu fördern.

 

Das Psychodrama als Aktionsmethode ist handlungs- und erlebnisorientiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem

Begegnungsgedanken. Dieses psychosoziale Verfahren ist auf ganzheitliches Verstehen und ganzheitliches

Behandeln ausgerichtet. Es baut auf szenischem Verstehen auf, da wir in Szenen erzählen und uns

szenisch erinnern. Das bedeutet, das Psychodrama arbeitet konkret damit, dass der Mensch Erinnerungen

als Szenen zusammen mit Gefühlen und sinnlichen Eindrücken zum jeweiligen Zeitpunkt speichert.

(z.B. die Erinnerung an den ersten Kuss – von wem habe ich meinen ersten Kuss wann bekommen – in welcher

Umgebung – hatte ich Schmetterlinge im Bauch – der Geschmack von Kaugummi – Rosenduft und Sommerregen

oder im Winter Schneeflocken auf der Haut – rauschen der Blätter unter Bäumen – Vogelgezwitscher, ….).

 

Das Psychodrama ist eine erfahrungszentrierte Arbeit, in der interpersonelle und  intrapsychische Konflikte

durch spontane szenische Darstellungen auf der Semi-Realität der Bühne,  im „Hier und Jetzt“ des therapeutischen

Settings sichtbar gemacht werden. Das bedeutet, der Psychotherapeut fühlt sich zusammen mit dem Patienten

in die erzählte manchmal auch nachgespielte Szene (z.B. mit Symbolen auf der Tischbühne) ein. Durch das

Handeln im  „Als-Ob-Modus“  (als würde das Ereignis gerade jetzt im geschützten Rahmen der Psychotherapie

stattfinden) werden sie wieder erlebbar und durch die Förderung der Kreativität  des Menschen und der

Freisetzung seiner Schöpferkraft durch die Spontaneität veränderbar gemacht. Durch die neu gewonnenen

Erfahrungen, Erkenntnisse und Handlungskompetenzen  im geschützten Rahmen der Psychotherapie wird

es möglich ähnlichen oder neuen Situationen angemessener, besser und flexibler zu begegnen.

 

Dabei wird unter anderem die mentale Fähigkeit der Zeitreise im „Als-Ob-Modus“ der „Surplus Reality der

Bühne“ (Mehrwertrealität, da man mehrere verschiedene Perspektiven erfahren und erkunden kann) gezielt

eingesetzt. Der Begriff der mentalen Zeitreise beschreibt die mentale Fähigkeit, die „… die erinnerte Vergangenheit,

 die Erfahrungen der Gegenwart und die erwartete Zukunft miteinander zu verknüpfen vermag“ (Siegel, 2015, S. Index-47).